San Francisco AGAIN – Tag 12-15

Black Friday- und Amerika spielt verrückt!

Nach dem „heiligen“ Thanksgiving, einem Turkey und unmengen an Süßkartoffeln steht den Amerikanern der Tag bevor, der so lange herbeiersehnt wurde- BLACK FRIDAY. Für Europäer ist es ein Tag wie jeder andere, für Amerikaner beinahe schon ein Feiertag nach dem Feiertag. Denn schließlich können die niedrigen Preise und Rabatte auf so ziemlich alles, was das Herz begehrt (einschließlich Möbel, Bekleidung, Technik, ja, sogar Autos) regelrecht gefeiert werden. Die Kreditkarten glühen, das Herz rast, die Füße schmerzen und der Puls ist mit ziemlicher Sicherheit pausenlos auf 180. Beim Black Friday denken viele, so könnte man meinen, kann man sich „schon mal was gönnen“. Wenn nicht jetzt, wann dann bekommt man Schuhe, die man sich schon immer gewünscht hat, sich aber niemals leisten konnte, um fast die Hälfte billiger? Man lebt doch schließlich nur einmal! #yolo. Aus Erzählungen und verrückten youtube-Videos, wo sich Menschen beinah die Schädel einschlugen, um das billigste iPhone zu bekommen, war mir bewusst, dass es genau so in der Art in den USA ablaufen würde. Dieses Spektakel mussten wir nun aus nächster Nähe mit eigenen Augen betrachten.

Wir fuhren mit dem Auto zum Union Square, was ein Fehler war. Bereits beim Einfahren in das sogenannte Zentrum fühlten wir uns wie zwei Ameisen in einem riesigen Ameisenhaufen. So weit man sehen konnte nur Autos und Menschen umzingelt von Hochhäusern. Wir quetschten uns an den anderen Autos vorbei in eine Tiefgarage, bekamen dann nach einigen Malen im Kreis fahren auch einen Parkplatz und wagten uns ins Getümmel. Links waren Menschen mit Einkaufstüten, rechts waren hektische Menschen mit Einkaufstüten. Vor uns Menschen, die es kaum erwarten konnten in den nächsten Shop zu kommen, hinter uns aufgeregte Menschen, die mit sabbernden Mündern auf der Suche nach dem besten Schnäppchen waren. Ich fühlte mich wie in einem von Kapitalismus und Materialismus angetriebenen Zombiehaufen, der schnellstmöglich seine Gier und seinen Hunger nach dem brandaktuellen und geilsten Schnäppchen stillen wollte. „Gegen den Strom schwimmen“, sich langsamer voranbewegen als die anderen war schlichtweg nicht möglich. Man wurde von den Massen einfach mitgezogen. Wie von einer riesengroßen Flut, die von der Kaufsucht angetrieben wurde.

Als uns die Masse in einen Shop reinzog, wurde uns die Lust am Shoppen sofort genommen. Überall lag Kleidung am Boden, von einem Schuhpaar gab es meist nur noch einen Schuh, der andere war verschollen, Sitzplätze waren Mangelware (oder von bereits erschöpften Männern in Gebrauch), den Fitting Room konnte man gleich vergessen-vor ihm sammelte sich eine meterlange Schlange. Und wer bei dieser Sauerei dennoch ein passendes Kleidungsstück fand, der musste sich auch noch unglücklicherweise in einer Warteschlange an der Kassa anstellen, die weit bis in den Kern des Shops reichte. Darauf hatten wir wenig Lust, kauften auf gut Glück Fundstücke, ohne sie probiert zu haben und quälten uns, auf dem Weg zurück zum Auto, noch auf einen Aussichtsturm einer Mall hinauf.

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Von hier oben konnte man das Geschehen besonders gut mitverfolgen

Als es finster wurde erstrahlte die Stadt in einem Lichtermeer. An jeder Ecke gab es Weihnachtsschmuck, Macy´s war von einer leuchtenden Schleife umgeben, die Straßen waren teilweise abgesperrt, und am Ende spielte auch noch eine Lifeband Weihnachtslieder inmitten der Menschenmenge. Definitiv too much!

 

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Glitzerndes Macy´s

In unsrem Viertel Marina District angekommen, konnten wir endlich wieder atmen. So ein Spaziergang am Wasser kann bei so einer enormen Menschenansammlung wahre Wunder vollbringen und plötzlich kommt einem die Stadt auch ganz klein und ruhig vor.

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Alcatraz

 

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Die letzten Tage unsrer Reise verbrachten wir entspannt und vollkommen ohne Stress in meiner Lieblingsstadt. Gleich frühmorgens spazierten wir am Meer entlang zu Starbucks und holten unser Frühstück. Die Straßen waren noch leer, das Stadtteil vollkommen ruhig. Vermutlich musste sich San Francisco erstmals vom vielen Essen an Thanksgiving und dann vom Shoppingwahn erholen. 🙂

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Wir jedenfalls gingen die letzten Tage in Amerika sehr ruhig an und schlenderten durch die Stadt. Eine, wie ich bereits erzählt hatte, wunderschöne Stadt, die an jeder Ecke einen Schatz verbirgt. Doch die wahre Schönheit von San Francisco zeigt sich erst am späten Nachmittag, wenn der Nebel wegzieht.

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Wir verbrachten die letzten Abende in Bars und Restaurants in unsrem Viertel und am Ende, wir konnten es nicht lassen, musste auch noch ein Cronut von Mr. Holmes Bakehouse her ;-).

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Tag 15 unsres Roadtrips war gekommen und wir konnten es kaum glauben. All die Eindrücke, die Landschaft, die Menschen und ihre Kultur, die Sehenswürdigkeiten,…neigten sich nun dem Ende zu. Alle Erlebnisse werden uns für immer in Erinnerung bleiben und schweißen uns noch mehr zusammen. Das allerschönste für uns an Kalifornien ist die enorme Vielfalt, die dieser Staat zu bieten hat: Meer, Metropolen, Landschaft, verlassene Orte, Nationalparks wie Yosemite und Death Valley, und natürlich der Strand. Einen Roadtrip durch Kalifornien können wir nur wärmstens empfehlen!

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xxxx,

Raphaela & Patrick ❤

 

2 Kommentare zu „San Francisco AGAIN – Tag 12-15

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